Die „Linde“ und ihre Geschichte
In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Linde von Melchior Hertenstein, geb. 1613, und seinem Sohn Reto als Bauernhaus erbaut. Das übergrosse Haus wurde im 18. Jahrhundert zweigeteilt. Ueber fünf Generationen wurde in der Familie Hertenstein der Försterberuf weitergegeben.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Doppelhaus im Besitze des Schlossförsters Georg Hertenstein und des Tuchmachers Jacob Weiss. 1845 erweiterte Jakob Hertenstein um einen quergiebligen Scheunenanbau. Die Eigentümerin der südlichen Linde, Susanne Bollmann, liess 1869 eine kleine Scheune an die Südfassade anbauen. 1861 verschwindet die Familie Hertenstein aus der Linde-Chronik.
1934 kaufte der im nördlichen Hausteil wirtende und wohnende Johannes Pfister auch den südlichen Hausteil, um die Gaststube zu erweitern und einen Saal einbauen zu können. Im Januar 1948 ging die Linde an die Familie Baumgartner, im Mai 1962 an die Familie Büchi. Im September 1980 wurde sie an Alfred Bachofner verkauft und im Januar 1986 ging die Linde an die Firma Fuchs, Moos und Kis. Im Jahre 1987 wurde die Linde von Käthy und Willy Rüegg gekauft, ab März 1990 umgebaut und am 21. März 1991 neu eröffnet.
Werdegang des Hauses
Das in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaute Haus gehört zu den ältesten in Kyburg. Es wurde 1819 durch einen Brand stark in Mitleidenschaft gezogen. Die grosszügige Ausbauweise der Räume deutet darauf hin, dass die Landwirtschaft nie die alleinige Existenz war. Der Gasthaus-Betrieb kann nur bis ins 19.Jahrhundert zurückverfolgt werden.
Geburtshaus eines Bundesrates - Bundespräsidenten
Der am 9. März 1825 geborene Wilhelm Friedrich Hertenstein kämpfte 1847 im Sonderbundskrieg als Artillerie-Leutnant.
- 1853 wurde er kantonaler Forstmeister 1858 Kantonsrat
- 1863 kant. Waffenlauf der Artillerie
- 1872 Regierungs- und Nationalrat, übernahm den Rang eines Obersten, unter ihm wurde die Zürcher Kaserne gebaut
- 1873 übernahm er die 9. Division
- 1878 Ständerat
- 1879 wurde er als Bundesrat nach Bern berufen und erwarb sich grosse Verdienste um die Neuorganisation des Militärwesens
- 1888 wurde er zum Bundespräsidenten gewählt und verstarb im selben Jahr in diesem Am